Die Leiter der Polizeiinspektion Bern (männlich) arbeiten im Jobsharing!

Bei meinen Recherchen bin ich auf eine interessante Website in der Schweiz gestoßen:

http://www.go-for-jobsharing.ch/de/wer-sind-wir.html

„Die Webseite Go-for-jobsharing vermittelt durch praktische Instrumente Knowhow zur Umsetzung von Jobsharing- und Topsharing-Modellen auf mittlerer und höherer Management-Ebene für beide Geschlechter. 

Dort findet sich ein sehr interessantes Testmonial, das über die Besetzung des Leiters der Polizeiinspektion Bern im Jobsharing berichtet: https://vimeo.com/189543651

Das ist doch mal was!

 

 

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Bundesminister befördern kaum Frauen in Führungspositionen

Deutsche Ministerien haben bei der Frauenquote in Führungspositionen noch Nachholbedarf. Einige Ressorts stechen als besonders männerlastig hervor.“

berichtet das Handelsblatt, Artikel von Heike Anger vom 19.04.2019

Demnach müssen sich Deutsche Unternehmen auf drastische Sanktionen einstellen, wenn sie nicht genug Frauen in Führungspositionen bringen. Das ergibt sich laut Handelsblatt aus einem entsprechenden Gesetzentwurf, an dem Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Bundesjustizministerin Katarina Barley derzeit arbeiten.

Doch auch in den Bundesbehörden und Ministerien „gibt es bei einigen erheblichen Nachholbedarf“, wird Ministerin Giffey jüngst im Handelsblatt-Interview zitiert. „Demnach liegt die Frauenquote im Schnitt bei 40 Prozent – allerdings mit starken Ausreißern nach unten.“

Die Grünen wollten von der Bundesregierung wissen, inwieweit diese Möglichkeiten plant, Konzepte zur Förderung von Job- oder Top-Sharing auch im öffentlichen Dienst zu etablieren und haben zur Antwort erhalten, dass die Bundesregierung gerade eine Bestandsaufnahme zum Führen in Teilzeit auswertet. „Anschließend sollen konkrete Maßnahmen zur Förderung des Führens in Teilzeit abgeleitet werden“, hieß es. Die Grünen-Wirtschaftsexpertin Andreae meint dazu: „Bald ist Halbzeit für die Groko und für dieses Gesetz gibt es nicht mal einen Zeitplan“,…. „da wird nicht mehr viel kommen.“

Wie schade. Den gesamten Artikel finden Sie hier: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/frauenquote-bundesminister-befoerdern-kaum-frauen-in-fuehrungspositionen/24236406.html?ticket=ST-1914161-b04fUd9mQ9dPbfYgvg1o-ap6

 

GenZ: Jung, dynamisch, vereinbarend

Was erwarten die zwischen 1995 und 2010 Geborenen von der zukünftigen Arbeitswelt und was sind sie bereit in ihren Job zu investieren? Welche Rolle spielt für sie die Vereinbarkeit? Diese Fragen ging die gemeinsame Untersuchung der berufundfamilie und des Campus M21 (Nürnberg) unter dem Titel „Generation Z und ihre Erwartungen an die Arbeitswelt“ an. Als Vorstudie – mit 42 Tiefeninterviews und der Online-Befragung von 177 Teilnehmenden – liefert sie erste Hinweise, die in einer repräsentativen Hauptstudie derzeit weiter verfolgt werden.

 

Besonders interessant finde ich das Handlungsfeld 1Arbeitzeit:

Bei der Frage, in welcher Situation sie sich vorstellen könnten, von Vollzeit in Teilzeit zu wechseln, nennt die Generation Z die Pflege von Familienmitgliedern (79 % Zustimmung) – vor Kinderbetreuung (71 % Zustimmung) und finanzieller Unabhängigkeit (66 % Zustimmung). Immerhin ein Drittel der Digital Natives (33 % Zustimmung) würde ihre Arbeitszeit zugunsten von Freizeit reduzieren wollen.

 

Die gesamte Studie können Sie hier anfordern:

https://berufundfamilie.de/forms/33-jinbound-landing-pages/9-gen-z

Forschungsbericht Chancengleichheit am Arbeitsplatz vom Dezember 2018

Interessantes aus dem Bericht der Forschungskooperation des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS):

Der Bericht hebt sich von anderen Studien dadurch ab, dass neben den objektiven Faktoren auch die subjektive Einschätzung von Frauen und Männern hinsichtlich der am Arbeitsplatz erlebten Chancengleichheit und die Zufriedenheit mit dem Job und der Vergütung gegenüber gestellt werden.

Das Wichtigste in Kürze

•  Frauen nehmen seltener an Kursen der beruflichen Weiterbildung teil als Männer. Dies gilt vor allem für Teilzeitbeschäftigte. Frauen ohne Vorgesetztenfunktion bekommen
seltener ein entsprechendes Angebot des Arbeitgebers als Frauen mit Vorgesetztenfunktion. Frauen und Männer haben dieselbe Wahrscheinlichkeit, anMitarbeitergesprächen teilzunehmen. Die Dauer der Gespräche ist bei teilzeitarbeitenden Frauen geringer als bei Männern.

• Frauen sind seltener in Führungspositionen als Männer. Der Unterschied ist fürTeilzeitbeschäftigte fast doppelt so hoch wie für Vollzeitbeschäftigte. Teilzeitbeschäftigte Frauen sowie Frauen ohne Vorgesetztenfunktion fühlen sich von ihrem Arbeitgeber weniger gefördert als Männer.
• Frauen in Vollzeit und mit Vorgesetztenfunktion nehmen formelle Regeln und Prozeduren zur Entscheidungsfindung im Vergleich zu teilzeitarbeitenden Frauen und vollzeitarbeitenden Männern bzw. Männern mit Vorgesetztenfunktion als ungerechter
wahr. Teilzeitbeschäftigte Frauen fühlen sich etwas gerechter von ihrem direkten Vorgesetzten behandelt als vollzeitbeschäftigte Frauen und Männer.Frauen und Männer unterscheiden sich nicht in ihrer Zufriedenheit mit der Arbeit allgemein und ihrem Gehalt im Speziellen.
• Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist im Durchschnitt um 7 Prozent geringer als der Anteil von Frauen an allen Beschäftigten.
• Knapp 23 Prozent der Betriebe verfolgen 2014 das Ziel, den Anteil von Frauen inFührungspositionen zu erhöhen. Im Jahr 2012 waren es noch 26 Prozent. Branchen unterscheiden sich nur wenig in Bezug auf das Ziel, den Anteil von Frauen in Führungspositionen
zu erhöhen. 71 Prozent der Betriebe mit weniger als 100 Beschäftigten
verfolgen das Ziel weder in 2012 noch in 2014. Knapp 40 Prozent der großen Betriebe verfolgen das Ziel in beiden Jahren.
• Über 40 Prozent der Betriebe geben an, dass sie Führungspositionen ausschließlich nach Qualifikation besetzen. Flexible Arbeitszeiten, Teilzeit für Führungskräfte und spezielle Weiterbildungen sind 2014 die häufigsten Maßnahmen der Frauenförderung.“

Den gesamten Artikel finden Sie hier: https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/60825/ssoar-2018-steffes_et_al-Chancengleichheit_am_Arbeitsplatz.pdf?sequence=1

Frauen zeigen, wie das Tandem funktioniert

In Teilzeit führen oder sogar im Doppelpack funktioniert nicht, meint mancher Managementberater. Praxisbeispiele aus der KfW und der Sparda-Bank Berlin aber beweisen das Gegenteil. Sie verdeutlichen, wie Jobsharing gelingen kann und Vorgesetzte auch ohne Vollzeit ihrer Rolle gerecht werden.

Text von Rainer Spies, Interviewauszüge von Brigitte Abrell

Artikel aus dem BANKMAGAZIN, Für Führungskräfte der Finanzwirtschaft, Ausgabe 01/2019, mit freundlicher Genehmigung von http://www.springerprofessional.de:

Carla Berke ist Teamleiterin in der Entwicklungsbank der KfW und führt mit einer Kollegin eine Gruppe von zwölf Mitarbeitern im Tandem, auch Jobsharing-Modell genannt. Das Team kümmert sich um die Finanzierung von Stadtentwicklungs-und Mobilitätsprojekten in Indien und Bangladesch. „Wir ergänzen uns fachlich sehr gut“, berichtet die KfW-Managerin über die Doppelspitze. Berke war beruflich vier Jahre in Indien und will nun in Teilzeit arbeiten, um ihre Familie hier in Deutschland „wieder ans Laufen“ zu bringen. Sie stellt in dem Duo die Länderkunde und Führungserfahrung zur Verfügung, ihre Kollegin die Fachexpertise zum Einsatz von Marktmitteln. Berke und ihre Tandem-Partnerin füllen jeweils 65 Prozent einer vollen Stelle aus, das entspricht etwas mehr als 25 Stunden in der Woche.

Diese Variante gilt statistisch nicht mehr als vollzeitnah. Die beiden KfW-Expertinnen gehören damit hierzulande zu einer kleinen Gruppe. Laut dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung arbeiten in der Bundesrepublik nur neun Prozent der Führungskräfte in nicht vollzeitnaher Teilzeit,  worunter man weniger als 30 Stunden in der Woche versteht. In Island sind es dagegen 22 Prozent. Allein das zeigt, dass Führung in Teilzeit möglich ist, wenn es gewollt und rechtlich begünstigt ist sowie organisatorisch flankiert wird. Weiterlesen

Brückenteilzeit ist ab 01.01.2019 Gesetz

Seit dem 1. Januar 2019 gilt die Brückenteilzeit. Sie ermöglicht zeitlich befristete Teilzeitarbeit mit einem Rückkehrrecht in die vorherige Arbeitszeit.

Dies gilt auch für Führungskräfte!!!!

Voraussetzung für die neue Brückenteilzeit ist:

  • Der Arbeitgeber beschäftigt in der Regel mehr als 45 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
  • Das Arbeitsverhältnis besteht länger als sechs Monate.
  • Die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer stellt beim Arbeitgeber einen Antrag, die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit (Vollzeit- oder bisherige Teilzeitarbeit) für einen bestimmten Zeitraum, der zwischen einem und fünf Jahren liegt, zu verringern.
  • Es müssen keine bestimmten Gründe (z.B. Kindererziehung, Pflege) vorliegen.
  • Der Antrag wird mindestens drei Monate vor Beginn der gewünschten Verringerung in Textform gestellt.
  • Es stehen keine betrieblichen Gründe, die die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigen, entgegen.
  • Für Arbeitgeber, die zwischen 46 und 200 Arbeitnehmer beschäftigen, gilt eine besondere Zumutbarkeitsgrenze: Selbst wenn die übrigen Voraussetzungen vorliegen, müssen diese Arbeitgeber nur einem pro angefangenen 15 Arbeitnehmern den Anspruch auf Brückenteilzeit gewähren.

Quelle: bmas. Hier finden auch weitere Informationen: https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Brueckenteilzeit/brueckenteilzeit-artikel.html

Arbeitszeit reduzieren: Als Führungskraft in Teilzeit gehen? Fragen zur Entscheidung

Sie sind Führungskraft, wünschen sich aber mehr Zeit außerhalb Ihres Berufs? Führung in Teilzeit hat viele Vorteile, aber auch Risiken und Nebenwirkungen, die Sie gegeneinander abwägen sollten. Die folgenden Fragen und Antworten helfen Ihnen bei der Entscheidungsfindung.

  • Kann ich mir Arbeiten in Teilzeit leisten?
  • Wie soll ich die Arbeit schaffen?
  • Wie passt ein Teilzeitjob in die Unternehmensstrukturen?
  • Wird mein Ansehen wegen der Teilzeitarbeit leiden?
  • Werde ich im Büro entbehrlich werden?
  • Werde ich an Einfluss verlieren?
  • Werde ich während meiner Abwesenheit Wichtiges verpassen?
  • Begebe ich mich mit Teilzeit ins Karriere-Aus?
  • Passt es zur Vorstellung von mir selbst, in Teilzeit zu arbeiten?

Die Antworten finden Sie in meinem Artikel für das Online-Fachmagazin für Management und Organisation vom 13.12.2018: https://www.business-wissen.de/artikel/arbeitszeit-reduzieren-als-fuehrungskraft-in-teilzeit-gehen-fragen-zur-entscheidung/?ref=nl.