Webinar „Führen in Teilzeit“

Datum/Uhrzeit: 25.06.2020 / 09:30 – 10:30

Sie möchten ihr kleines oder mittleres Unternehmen zukünftig in Teilzeit führen? Tipps zur Umsetzung gibt es am Donnerstag, 25. Juni 2020, von 9.30 bis 10.30 Uhr im kostenfreien Webinar „Führen in Teilzeit“. Nach einer kurzen Einführung informiert Beraterin und Buchautorin Brigitte Abrell – selbst langjährige Führungskraft in Teilzeit – darüber, welche Voraussetzungen ein Betrieb für das Modell „Führen in Teilzeit“ mitbringen muss. Darüber hinaus stellt die Expertin die Vorteile von Führen in Teilzeit vor und gibt Tipps zur Umsetzung. Brigitte Abrell zeigt zudem auf, welche persönlichen Qualifikationen ausschlaggebend sind, um diese Art der Führung zu leben.

Veranstalterin des Webinars ist das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Bonn/Rhein-Sieg. Eine Anmeldung ist bis Dienstag, 23. Juni 2020, per E-Mail an info@kompetenzzentrum-frau-beruf.de möglich.

Experiment im Auswärtigen Amt: Ehepaar wird Botschafter

Ein wunderbares Beispiel für mein Motto: Und es geht doch!!!!

Unter Tagesschau.de Nachrichten vom 07.06.2020 habe ich diesen Beitrag von Sabine Müller, ARD-Hauptstadtstudio, gefunden:

Jobsharing im diplomatischen Dienst: Zum ersten Mal wird ein Ehepaar gemeinsam als deutsche Botschafter nach Slowenien entsandt. Das Auswärtige Amt wird moderner – auch, weil es muss.

Natalie Kauther und Adrian Pollmann, 45 und 43 Jahre alt, teilen sich ab August die Botschafter-Stelle in Slowenien. Sie werden sich etwa alle acht Monate ablösen.

Ich wünsche ihnen viel Erfolg!!! Den gesamten Artikel finden Sie hier:

https://www.tagesschau.de/inland/botschafterehepaar-103.html?utm_campaign=Newsletter%20Marketing&utm_medium=email&_hsmi=89841239&_hsenc=p2ANqtz-_Vp5fGokC0_fFFmmKWHd1Nnp3gvjE2-g0Ir4p9QYuys3lVP5wqpYBl_3k0P3N8VIs8hplce5S9IwrTGGn5er4XsY-7SjfKsF9Bitwf2R0xQBoCT_0&utm_content=89841239&utm_source=hs_emailaching

Webinar mit Business-Coach und Beraterin Brigitte Abrell

10. Juni 2020, „Führen in Teilzeit: 100-Prozent-Plus war gestern!“

Kann jede Führungskraft in Teilzeit führen? Was sind die Voraussetzungen für Führung in Teilzeit? Wo liegen die besonderen Herausforderungen? Beim Webinar am 10. Juni 2020 gibt Business-Coach und Beraterin Brigitte Abrell Antworten auf diese Fragen und zeigt: Führen in Teilzeit ist möglich!

Weitere Informationen und Anmeldung:

https://www.spitzenfrauen-bw.de/karrierewissen/webinare/

Führen in Teilzeit – eine Frage der Haltung

Interview mit mir im Newsletter von Erfolgsfaktor Familie,
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

News vom 09.03.2020:

Expertin Brigitte Abrell glaubt, dass Führen in Teilzeit überall gelingen kann. Was Führungskräfte und Unternehmen wissen sollten, verrät sie hier.

Frau Abrell, welche Gründe stehen hinter dem Wunsch, als Führungskraft in Teilzeit zu gehen?

Die allermeisten Führungskräfte möchten aus familiären Gründen in Teilzeit arbeiten. Meistens wegen der Kinderbetreuung, aber immer häufiger auch, um Angehörige zu pflegen. Manchen geht es auch um eine bessere Lebensqualität, ein persönliches Projekt, wie ein Haus zu bauen, eine Weiterbildung oder darum, die eigene Gesundheit zu erhalten. Weitere Gründe können sein, dass Führungskräfte den gleitenden Übergang in den Ruhestand suchen oder sich ehrenamtlich engagieren möchten. Man sieht an den Beispielen: Der Wunsch in Teilzeit zu arbeiten, ist häufig an eine bestimmte Lebensphase gebunden.

Wie viele Mitarbeitende nutzen das Modell?

Leider gibt es immer noch viele Barrieren, die Führen in Teilzeit erschweren. Nur gut ein Prozent der männlichen und knapp 15 Prozent der weiblichen Führungskräfte arbeiten laut Wissenschaftszentrum in Berlin für Sozialforschung in Teilzeit. Allerdings sind die Zahlen von 2013. Einen besonders hohen Anteil weisen Branchen auf, in denen viele Frauen arbeiten. Auch in der IT-Branche mit ihren vielen jungen Beschäftigten führen überdurchschnittlich viele Mitarbeitende in Teilzeit.

Wie lässt sich dieser Anteil erhöhen?

Die meisten Bremsklötze liegen nicht in den faktischen Gegebenheiten, sondern in den Blockaden im Kopf. Damit Führen in Teilzeit gelingt, braucht es Offenheit – und zwar von ganz oben aus der Leitungsebene. Wichtig ist auch, dass die Leitung ihre Beschäftigten darüber informiert, dass Führen in Teilzeit möglich ist und welche Modelle es gibt. Wer Führen in Teilzeit ernstnimmt, sollte daraus ein Unternehmensziel machen, das genauso stringent verfolgt wird, wie jedes andere. Meine Beobachtung ist: Wenn das Unternehmen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer halten will, findet sich eine Lösung.

Was sollten Führungskräfte vor dem Wechsel in eine Teilzeitposition wissen?

Als Führungskraft in Teilzeit muss man sich einen sehr effizienten Arbeitsstil angewöhnen. Perfektionismus ist ein K.-o.-Kriterium. Auch, wer vorher schon gut organisiert war, sollte seine Arbeitsweise überprüfen und eine Bestandsaufnahme machen: Was sind meine Kernaufgaben? Was sind Führungsaufgaben? Was sind Fachaufgaben? Welche muss ich unbedingt selber machen und welche kann ich delegieren? Wenn sich Unternehmen fragen würden, wie sie effizienter werden können, hätten Führungskräfte in Teilzeit viel zu erzählen.

Wie schätzen Sie die Bedeutung von Führen in Teilzeit für die Zukunft ein?

Führen in Teilzeit macht es auch für Frauen interessanter, Führungsaufgaben zu übernehmen. Elternzeiten, die für Unternehmen ein hoher Kostenfaktor sind, lassen sich dadurch erheblich verkürzen. Das erscheint mir gerade in Zeiten das Fach- und Führungskräftemangels relevant. Auch die Auswirkungen auf die Motivation der Mitarbeitenden und das Unternehmensimage sind nicht zu unterschätzen. Unternehmen, die als familienfreundlich gelten, erhalten um zehn Prozent mehr Bewerbungen und es bewerben sich häufiger besonders qualifizierte Personen.

Welchen Tipp haben Sie für Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden die Option für Führen in Teilzeit bieten möchten?

Wichtig ist, dass sich Unternehmen intelligente Modelle ausdenken. Teilzeit bedeutet nicht, jeden Tag von acht bis zwölf Uhr zu arbeiten. Im Jobsharing zum Beispiel ist die Führungskraft immer präsent. Dazu müssen sich die Arbeitszeiten überschneiden. Die Grundvoraussetzung ist, dass beide Personen gut miteinander klarkommen. Beide Führungskräfte sollten definieren, welche Aufgaben es gibt, wer was macht und auch, wer welche Bedürfnisse hat. Das Ergebnis sind mega motivierte Mitarbeitende. Wer in Teilzeit führen kann, wird seine Arbeit bestimmt nicht schleifen lassen, sondern alles daransetzen, dass es gut läuft.

Über Brigitte Abrell
Weil sie mit dem Vorurteil aufräumen wollte, dass Führen in Teilzeit nicht geht, schrieb Brigitte Abrell ein Buch über das Thema. Sie arbeitete insgesamt zwölf Jahre in Teilzeit – in verschiedenen Positionen und mit durchweg positiven Erfahrungen. Als Coach berät sie Führungskräfte und Unternehmen zum Thema Führen in Teilzeit.

Der Link zum Interview: https://www.erfolgsfaktor-familie.de/news/meldung/detail/News/fuehren-in-teilzeit-eine-frage-der-haltung.html

Beispiel aus der Praxis: „Jobsharing ist wie eine Ehe“

Carola Garbe (56) und Catherine Marie Koffnit (45) leiten in Jobsharing den HR Regionalbereich Ost bei der DB Netz AG. Das Unternehmen betreibt knapp 90 Prozent des Schienennetzes in Deutschland und beschäftigt rund 48.000 Menschen. Garbe und Koffnit sitzen in Berlin und sind für 4.800 Beschäftigte verantwortlich. Ihre Thesen: Jobsharing eignet sich besonders für jüngere Generationen, die sich ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Privatleben wünschen. Es funktioniert prinzipiell auf jeder Stelle, jedoch nicht mit jedem Persönlichkeitstyp.

„Erfolgsfaktor Familie“ hat die beiden interviewt und die bemerkenswerten Erfahrungen der Tandempartnerinnen in ihrem Blog vom 18.12.2019 veröffentlicht:

https://www.erfolgsfaktor-familie.de/index.php?id=772

„Erfolgsfaktor Familie“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums sowie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.

 

Cawa Younosi, Head of HR Germany SAP SE, möchte Führung in Teilzeit zur Normalität machen.

Wer länger arbeitet als die Kollegen, leistet mehr und macht Karriere – dieses Denken entspricht nicht mehr den heutigen Wertvorstellungen, meint Cawa Younosi, Head of Human Resources und Mitglied der Geschäftsführung von SAP Deutschland. In einem bemerkenswerten Interview mit Haufe Online vom 05.11.2019 spricht er über HR-Instrumente, die ein neues Verhältnis zur Arbeitszeit prägen können: https://www.haufe.de/personal/hr-management/wertewandel-bei-der-arbeitszeit-interview-mit-cawa-younosi_80_503324.html
Auszüge daraus:
„Haufe Online Redaktion: Sie schreiben alle Führungspositionen generell in Teilzeit aus. Wie kam es dazu?

Younosi: Uns geht es darum, dass wir Mitarbeitern in der jeweiligen Lebensphase ein Angebot unterbreiten, Privatleben und Job zu vereinbaren und sich nicht zwischen einem von beiden entscheiden zu müssen. Das Thema Führung in Teilzeit kam bei uns auf, da wir Gender-Diversity in Deutschland vorantreiben möchten. Die Mehrheit der Teilzeitler sind nach wie vor Frauen, auch bei uns. Deshalb sind wir vor drei Jahren davon abgekommen, dass Führung in Teilzeit auf Einzelfallebene ausgehandelt werden muss. Wir sind der Überzeugung gefolgt, dass wir nur einen „Mind Change“ erreichen, wenn wir die Regeln auf den Kopf stellen: nämlich die Führung in Teilzeit zur Normalität machen und die Führung in Vollzeit optional anbieten.“

„Co-Leadership als Alternative oder in Ergänzung zur Teilzeit

Younosi: Wir schreiben Führungspositionen in Teilzeit zu 75 Prozent aus, wenn man die Stelle alleine machen möchte. Es besteht aber auch die Möglichkeit zum Co-Leadership. Da sind verschiedene Konstellationen von 30-70, 50-50 oder 100-50 möglich. Inzwischen haben wir mehr als zehn verschiedene Modelle und ein Tool von Tandemploy eingeführt, um leichter einen Tandempartner zu finden. Seit März dieses Jahres haben sich rund 3.000 Kolleginnen und Kollegen registriert……“

„Haufe Online Redaktion: Wie hoch ist der Anteil von Teilzeit im Vergleich zu Vollzeit?

Younosi: Die Teilzeitquote in Deutschland liegt insgesamt bei etwa einem Prozent, weltweit sind es 0,3 Prozent. Das ist eine Minderheit, aber das ist auch okay. Wir möchten die Menschen nicht missionieren und in Teilzeit treiben. Interessant ist aber: Die Erfahrung zeigt jetzt nach zweieinhalb Jahren, dass Führen in Teilzeit nicht nur für Frauen interessant ist, sondern auch für Männer. Der Männeranteil beträgt bei SAP mittlerweile knapp 43 Prozent. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist also kein Geschlechter-Thema, sondern ein Zeitgeist-Thema. Die Werte haben sich verschoben – in unterschiedlicher Intensität und Ausprägung, aber über alle Generationen, Schichten, Regionen und Branchen hinweg.“

 

„Wir mussten uns immer wieder anhören, dass wir etwas mit dem Professor hätten“

Und es gibt sie doch: Frauen, die aus einer Teilzeittätigkeit heraus Karriere machen!!!

In diesem beeindruckenden Bericht im https://www.spiegel.de/karriere/mint-berufe-wir-frauen-stehen-uns-oft-selbst-im-weg-das-muss-sich-aendern-a-1282157.html  geht es um Tanja Hochschild, die als Frau mit drei Kindern in einem MINT-Beruf eine steile Karriere hingelegt hat. Zu ihrem Karrierestart aus der Teilzeit heraus berichtet sie:

„Rückblickend finde ich: Es gab auch immer wieder Männer, die mich sehr unterstützt haben. Mein früherer Vorgesetzter hat mir zum Beispiel ermöglicht, Führungsverantwortung zu übernehmen. Ich hätte das für mich zu der Zeit überhaupt nicht in Erwägung gezogen – als einzige Frau und einzige Teilzeitarbeitende in der Abteilung. Aber er hat mir das zugetraut und mich gepusht – das war der Startpunkt meiner Karriere. “

Herzlichen Glückwunsch dazu und weiterhin viel Erfolg! Sie sind ein „Leuchtturm!“

Die Leiter der Polizeiinspektion Bern (männlich) arbeiten im Jobsharing!

Bei meinen Recherchen bin ich auf eine interessante Website in der Schweiz gestoßen:

http://www.go-for-jobsharing.ch/de/wer-sind-wir.html

„Die Webseite Go-for-jobsharing vermittelt durch praktische Instrumente Knowhow zur Umsetzung von Jobsharing- und Topsharing-Modellen auf mittlerer und höherer Management-Ebene für beide Geschlechter. 

Dort findet sich ein sehr interessantes Testmonial, das über die Besetzung des Leiters der Polizeiinspektion Bern im Jobsharing berichtet: https://vimeo.com/189543651

Das ist doch mal was!

 

 

Zahlen, Daten, Fakten, die für eine gelingende Vereinbarkeit von Beruf und Familie bedeutsam sind

„Verschiedene gesellschaftliche Megatrends verändern unsere Arbeitswelt rasant. Dies sind zum Beispiel Arbeiten 4.0, Individualisierung, Mobilität, Diversität und Wertewandel. Dies bildet sich auch in den Aspekten ab, die für eine gelingende Vereinbarkeit von Beruf und Familie bedeutsam sind. „

Der aktuelle Newsletter von Erfolgsfaktor Familie veröffentlicht ein paar Zahlen, die die genannten Trends untermauern:

„Die Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren hat sich zwischen 2007 und 2016 mehr als verdoppelt und ist in dieser Zeit von 15,5 auf 32,7 Prozent gestiegen.

Während Väter unabhängig vom Alter ihrer Kinder zu einer annähernd gleichbleibend hohen Quote arbeiten, hängt die Erwerbsquote von Müttern vom Alter des jüngsten Kindes ab. 2010 arbeiteten Mütter mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren zu 57,7 Prozent und Väter zu 84,3 Prozent. 2016 waren es – ebenfalls mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren – bei Müttern dann 66,1 Prozent und bei Vätern 91,6 Prozent. 2016 arbeiteten davon 29,9 Prozent der Mütter in Vollzeit und 70,1 Prozent in Teilzeit. Väter arbeiteten zu 94,3 Prozent in Vollzeit und zu 5,7 Prozent in Teilzeit.

Die Homeoffice-Quote ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Während 2014 nur 22 Prozent der Unternehmen die Möglichkeit boten, von zu Hause aus zu arbeiten, stieg diese Zahl 2016 auf 31 Prozent und 2018 auf 39 Prozent.

Die Zeitersparnis durch wegfallende Pendelzeiten beträgt durchschnittlich 4,5 Stunden pro Woche, die an erster Stelle der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zugutekommen. Väter arbeiten vor der Geburt ihres Kindes durchschnittlich zu 46 Prozent im Homeoffice und nach der Geburt eines Kindes zu 47 Prozent. Mütter arbeiten vor der Geburt des Kindes zu 27 Prozent im Homeoffice und nach der Geburt zu 72 Prozent.

All diese Entwicklungen berühren auch die Kultur in Unternehmen: Eine Studie des Bundesfamilienministeriums zeigt: Die Selbstwahrnehmung von Beschäftigten und von Arbeitgebern in Bezug auf die eigene Kultur klafft teilweise auseinander.“

Der gesamte Beitrag ist nachzulesen unter:

https://www.erfolgsfaktor-familie.de/index.php?id=713